FG Wilson Elektrifiziert die Welt - 50 Jahre

Fred Wilson: Eine Leidenschaft für Technik

Wenn viele von uns heute an die Marke FG Wilson denken, sehen wir einen weltweit führenden Anbieter von Stromaggregaten. Aber vor 50 Jahren war FG Wilson nur einer von vielen kleinen Familienbetrieben im allgemeinen Maschinenbau mit einer Handvoll Mitarbeitern. 

Fred Wilson brach die allgemeine Schulbildung im Alter von 12 Jahren ab. Nachdem er kurze Zeit im landwirtschaftlichen Betrieb der Familie gearbeitet hatte, trat er in eine Technikfirma in Belfast in Nordirland ein und lernte dort bei der Wartung von Bussen viel über Technik. Von den späten 1940er Jahren an arbeitete er im Bereich landwirtschaftliche Maschinen und Werkzeuge und reparierte und installierte manchmal Kompressoren und Dieselgeneratoren. Im Jahr 1966 entschied sich Fred dafür, sein Schicksal in die eigene Hand zu nehmen und so entstand am 20. April desselben Jahres in einer ehemaligen Textilfabrik die FG Wilson Engineering Ltd. mit 6 Mitarbeitern. Fred Wilsons große Leidenschaft war die Verkehrstechnik, und sein neues Unternehmen stellte zunächst innovative, von ihm selbst entworfene Transportgeräte her.

Die frühen 1970er Jahre mit der großen globalen Energiekrise waren eine sehr schwierige Zeit für Unternehmen in dieser Branche. Der Krieg im Nahen Osten im Jahr 1973 führte dazu, dass die Öl produzierenden Länder die Versorgung mit Öl einschränkten und die Preise erhöhten. Damit entstanden in vielen großen Volkswirtschaften enorme Verkehrs- und Energieinfrastrukturprobleme. In der rationierten Energieversorgung sah Fred Wilson eine Chance. Er begann damit, Flugzeuge zu chartern und ließ damit Stromaggregate aus den USA in das Vereinigte Königreich fliegen. Er mietete ein Lagerhaus in der Nähe des Flughafens Heathrow und versteigerte sie dort an die Höchstbietenden. Im Jahr 1974 erzielte das Unternehmen erstaunliche 4 Mio. £/10 Mio. $ Umsatz (nach heutigen Maßstäben 47 Mio. £/115 Mio. $) mit nur 30 Mitarbeitern. Zwei von ihnen waren Freds Söhne Tom und Gordon, die das Unternehmen in den darauf folgenden 20 Jahren als treibende Kräfte zu neuen Höhen führen würden.

Es dauerte nicht lange bis Fred Wilson herausfand, dass er die Stromaggregate selbst montieren konnte, und so widmete er sich größeren Plänen. Ab 1975 boomte der Markt im Mittleren Osten, und durch Kontakte in dieser Region begann er, Kleinkraftwerke zu vermarkten. Das erste Kleinkraftwerk von FG Wilson wurde 1976 in Abu Dhabi in Auftrag gegeben, es folgten viele weitere in dieser Region. Fred Wilson konnte mit seinem Unternehmen ein Kleinkraftwerk in 3-6 Monaten aufbauen, installieren und in Betrieb nehmen und er stellte seine eigenen Mitarbeiter bereit, um die Belegschaft der Kunden zu schulen und das Kraftwerk für einen Zeitraum von 1-2 Jahren nach Inbetriebnahme zu betreiben. 

Ein strategisches Umdenken

„Unser Wachstum beruht auf den Visionen der Führungskräfte in den frühen 80ern. Andere Unternehmen suchten Nischenmärkte, aber die Familie Wilson erkannte, dass unser Unternehmen wachsen musste, um zu überleben. Wir setzten auf Umsatz.“

Mike Antonis, FG Wilson Business Development Director 1985-95, geschäftsführender Direktor 1995-97, in einer Rede aus dem Jahr 1994.

Das Geschäft mit großen Projekten war gut, aber es barg ein hohes Risiko für ein kleines Unternehmen. Und in den frühen 1980er Jahren kollabierten die Ölpreise, der Krieg im Mittleren Osten brach wieder aus und die Nachfrage nach Fred Wilsons Produkten sank. Im Jahr 1983 übernahm Freds ältester Sohn Tom das Unternehmen mit seinem anderen Sohn Gordon als Vertriebsdirektor.

„Wir hatten erkannt, dass wenn wir neue Märkte finden und die Grenzen eines gemütlichen Familienunternehmens sprengen und wirklich wachsen wollten, wir unsere Produkte verbessern und uns selbst neu orientieren mussten.“

Tom Wilson in einer Rede im Jahr 1994.

Revolutionierung einer Branche

Zu einer Zeit, als der Markt für kleine Stromaggregate von vielen kleinen Nischenunternehmen bevölkert wurde, änderte Tom Wilson die Strategie hin zu großvolumigen, betriebsbereiten, standardisierten Aggregaten, die zu wettbewerbsfähigen Preisen gebaut und innerhalb kurzer Lieferzeiten bereitgestellt werden konnten. Er machte sich daran, geschlossene kleine Einheiten zu entwickeln, die einfach zu kaufen und zu betreiben waren und ein Minimum an Aufwand zur Installation erforderten. Die Entwürfe waren standardisiert und es gab enorme Investitionen in Produktionskapazitäten. Mit Zulieferern von Motoren und Generatoren wurden langfristige Verträge zu bestmöglichen Preisen, Konditionen und Lieferbedingungen abgeschlossen. Kernstück war ein exklusiver Liefervertrag mit Perkins, später im Besitz von Massey Ferguson, unterzeichnet vor 30 Jahren am 16. April 1986, mit dem FG Wilson der erste Erstausrüstungs-Kunde für elektrische Stromversorgung und der zweitgrößte Kunde von Perkins überhaupt wurde. Diese Vereinbarung bot aktives Sponsoring der Marke FG Wilson durch einen großen Motorenhersteller, ermöglichte die enge Zusammenarbeit bei der Konstruktion der Motoren, erleichterte Wissensaustausch und Schulungen und bot die Gelegenheit für FG Wilson, Stromaggregate direkt an Perkins-Händler und Zweigstellen zu verkaufen.

Die meisten anderen Komponenten wurden für maximale Kontrolle über Entwürfe und Kosten hausintern bei FG Wilson hergestellt. Marktführende Gehäuse und Steuertafeln wurden für einfache Montage und höhere Qualität standardisiert und setzten den Maßstab, dem andere folgen sollten.

Vor dem Hintergrund der wettbewerbsfähigen Lieferverträge hielt FG Wilson ein hohes Maß unfertigen Inventars vor, um schnell auf eine unvorhergesehene Nachfrage reagieren zu können, die in der Stromerzeugungsbranche oft stark ansteigt und dann auch schnell wieder abfällt. In den späten 1980er Jahren betrug die Durchlaufzeit von der Bestellung bis zum Versand 29 Tage, die meisten kleineren Produkte wurden innerhalb von 2-3 Wochen versandt. Und ein aggressiver Verkaufsansatz hielt das Inventar in Bewegung. An den wichtigsten Standorten wurden Vertriebsbüros mit mehreren Vertriebskanälen aufgebaut, die alle miteinander im Wettbewerb standen, sowie dort wo es sinnvoll war, Direktvertrieb.

Mit anderen Erstausrüstern wurden Markenverträge zur Übernahme von FG Wilson Produkten geschlossen, und durch eine dieser Vereinbarungen kam Caterpillar erstmals in Kontakt mit FG Wilson. Im Jahr 1989 stieg Caterpillar aus dem hart umkämpften Markt für kleine Stromaggregate aus, und in den frühen 1990er Jahren bezogen viele CAT-Händler diese Produkte von anderen Anbietern. 1991 waren einige der größten FG Wilson Händler tatsächlich CAT-Händler und um größeren Einfluss auf diese Branche zu nehmen, entschied sich Caterpillar dafür, andere Erstausrüster ihre Produkte für CAT-Händler herstellen und unter einer Marke im Besitz von Caterpillar verkaufen zu lassen. Für diese Marke wurde der Name Olympian gewählt, und FG Wilson wurde von Caterpillar als Lieferant für Europa, Afrika und den Mittleren Osten ausgewählt. Der Vertrag wurde am 15. Juni 1992 unterzeichnet. Bei den Produkten, die an CAT-Händler verkauft wurden, handelte es sich um einfach gelb-schwarz lackierte FG Wilson Produkte. Im Gegenzug bezahlte FG Wilson für jede verkaufte Maschine eine kleine Lizenzgebühr an Caterpillar und behielt den Rest der Einnahmen ein.

FG Wilson als Teil von Caterpillar

1993 war FG Wilson ein florierender Hersteller. Es herrschte die Meinung, dass die Produktionsstätte in Larne weltweit die größte ihrer Art war, und das Unternehmen verfügte über eine junge energetische Belegschaft mit einem Durchschnittsalter von nur 25 Jahren.

Das Unternehmen hatte in kurzer Zeit ein enormes Wachstum erfahren und war nun attraktiv für andere Investoren geworden. Emerson Electric erwarb FG Wilson Ende 1994 von der Familie Wilson, und Ende 1995 wurde ein Joint Venture zwischen Emerson und Caterpillar unterzeichnet, wodurch in den FG Wilson Anlagen Stromaggregate unter der Marke Caterpillar produziert wurden. 1999 übernahm Caterpillar FG Wilson vollständig und erhielt so vollen Zugang zu den Produktionsanlagen, der Produktgestaltung, der Marke FG Wilson und ihrem Händlernetzwerk. Heute ergänzt FG Wilson die Stromaggregate der Marke CAT. Während CAT als Premiummarke positioniert ist, steht FG Wilson als Gebrauchsmarke und bietet Caterpillar Zugang zum umkämpften und umsatzstarken mittleren Markt.

Seit der Entstehung von FG Wilson hat sich der Markt für kleine Stromaggregate bis zur Unkenntlichkeit verändert. Es gibt eine Vielzahl an neuen Wettbewerbern, von denen viele den gleichen Ansatz verfolgen wie Tom Wilson mit seiner Pionierarbeit Mitte der 1980er Jahre.

Aber die Grundwerte der Marke FG Wilson sind noch immer die gleichen: die enge Partnerschaft mit der Marke Perkins, der gleiche flexible Vertriebsansatz, modernste Produktgestaltung und auch die projektbasierte Kompetenz, die in den 1970ern als Grundbaustein für FG Wilson diente. So wie FG Wilson in die Zukunft blickt, sind diese Grundpfeiler stark wie eh und je.